Finnlands Erbschaftssteuerdebatte: Regierung bestätigt Beibehaltung
des Systems Die Erbschaftssteuerdebatte in Finnland nahm am 17. März 2026 eine Wendung, als die finnische Regierung bestätigte, dass die perintövero (Deutsch: Erbschaftssteuer) nicht abgeschafft wird. Die Ankündigung erfolgte, nachdem Ilta-Sanomat am 16. März eine Analyse veröffentlicht hatte, wie die Abschaffung der perintövero Erbschaften unterschiedlicher Größe beeinflussen würde. Die Entscheidung der Regierung schließt eine der letzten möglichen Erbschaftssteuerreformen in Europa aus, die andernorts zu erheblichen Migrationsbewegungen geführt haben. Das finnische perintövero-System ist progressiv aufgebaut: Nahe Verwandte zahlen 7 bis 19 Prozent des Erbschaftsbetrags, andere Verwandte 19 bis 33 Prozent. Das System stand insbesondere in Unternehmerkreisen im Mittelpunkt politischer Debatten, da Generationenwechsel erhebliche Steuerschulden verursachen können. Die Ankündigung der Regierung bedeutet, dass diese Tarife mindestens für die Dauer der aktuellen Regierungsperiode in Kraft bleiben.
Was
die Regierung zur Abschaffung der perintövero sagte Die Regierung erklärte gegenüber Iltalehti am 17. März 2026, dass die perintövero derzeit nicht abgeschafft wird. Das Wort "derzeit" lässt theoretisch Raum für künftige Änderungen, bedeutet in der Praxis jedoch, dass die aktuelle Regierung keine Änderungen am perintövero-System plant. Die Haltung der Regierung ist eine klare Antwort an jene wirtschaftsliberalen Kreise, die die Abschaffung der perintövero im Namen der Wettbewerbsfähigkeit gefordert haben. Die am 16. März von Ilta-Sanomat veröffentlichte Analyse befasste sich mit den Auswirkungen einer Abschaffung der perintövero auf Erbschaften unterschiedlicher Größe. Obwohl genaue Berechnungen nicht öffentlich verfügbar sind, zeigte die Analyse, dass eine Abschaffung vor allem großen Erbschaften zugutekäme. Die Entscheidung der Regierung, am bestehenden System festzuhalten, bedeutet, dass die progressive Struktur erhalten bleibt. Das finnische perintövero-System liegt im europäischen Kontext im Mittelfeld. Die Spanne von 7 bis 19 Prozent für nahe Verwandte ist moderater als etwa in Frankreich oder Deutschland, aber höher als in Ländern, die die Erbschaftssteuer vollständig abgeschafft oder auf ein Minimum reduziert haben.
Erbschaftssteuer in Europa: Wer hat abgeschafft, wer nicht In den vergangenen Jahrzehnten haben mehrere europäische Länder die Erbschaftssteuer abgeschafft oder erheblich eingeschränkt. Schweden schaffte die Erbschaftssteuer 2004 ab, Norwegen 2014, Österreich 2008. Diese Entscheidungen wurden häufig im Namen der Wettbewerbsfähigkeit und zur Verhinderung von Kapitalflucht getroffen. Finnland ist diesem Kurs nicht gefolgt, und die Ankündigung der Regierung bestätigt, dass dieser Kurs beibehalten wird. In Italien beträgt die Erbschaftssteuer für nahe Verwandte 4 Prozent, jedoch nur für Erbschaften über einer Million Euro. Auf Zypern gibt es überhaupt keine Erbschaftssteuer. Diese Systeme ziehen insbesondere wohlhabende Familien an, die Generationenwechsel planen. Die finnische Spanne von 7 bis 19 Prozent für nahe Verwandte bedeutet, dass beispielsweise eine Erbschaft von 500.000 Euro eine Steuerrechnung von mehreren zehntausend Euro verursachen kann. Die Entscheidung der Regierung, an der perintövero festzuhalten, bedeutet, dass Finnland zu den europäischen Ländern gehört, die Erbschaften progressiv besteuern. Dies kann insbesondere die Entscheidungen von Unternehmern und wohlhabenden Familien beeinflussen, in welchem Land sie leben und wo ihr Vermögen registriert ist.
Finnland im Vergleich zu Nullsteuer-Ländern: Was die Daten zeigen Das finnische perintövero-System unterscheidet sich erheblich von Ländern, die Erbschaften überhaupt nicht besteuern. Auf Zypern, in Italien (für Erbschaften unter einer Million Euro für nahe Verwandte) und auf Malta ist die perintövero entweder null oder minimal. Diese Länder haben insbesondere wohlhabende Familien angezogen, die Erbschaftssteuern bei Generationenwechseln vermeiden möchten. Im finnischen System beginnt die perintövero für nahe Verwandte bei 7 Prozent und steigt auf 19 Prozent. Für andere Verwandte liegt die Spanne bei 19 bis 33 Prozent. Das bedeutet, dass beispielsweise eine Erbschaft von 1 Million Euro für einen nahen Verwandten eine Steuerrechnung von etwa 100.000 bis 150.000 Euro verursachen kann, während dieselbe Erbschaft auf Zypern oder in Italien (für nahe Verwandte) steuerfrei wäre. Die Ankündigung der Regierung bedeutet, dass diese Unterschiede bestehen bleiben. Finnische Familien, die große Generationenwechsel planen, müssen weiterhin abwägen, ob die Vermeidung der perintövero ein ausreichender Grund ist, einen Umzug oder eine Neuregistrierung des Vermögens in Betracht zu ziehen. Laut dem Libaros-Rechner kann ein Finne, der beispielsweise nach Zypern zieht, bei der Einkommensteuer etwa 14.336 Euro pro Jahr sparen (verglichen mit dem effektiven finnischen Steuersatz von 30 Prozent), doch die Ersparnis bei der perintövero hängt vollständig von der Erbschaftssumme und dem Zeitpunkt ab.
Finnland als Relokationsziel: Was
die perintövero bedeutet Finnland liegt im Libaros Freedom Score im Mittelfeld: niedrige Korruption, starkes Rechtssystem, aber hohe Steuerbelastung. Die perintövero ist einer der Faktoren, die insbesondere die Entscheidungen wohlhabender Familien und Unternehmer beeinflussen, in welchem Land sie leben und wo ihr Vermögen registriert ist. Die Ankündigung der Regierung bedeutet, dass Finnland zu den Ländern gehört, die Erbschaften progressiv besteuern. Dies kann insbesondere jene Finnen betreffen, die einen Umzug in Länder erwägen, in denen keine oder nur eine minimale perintövero erhoben wird. Zypern, Italien und Malta sind Beispiele für Länder, die nahen Verwandten ein Nullsteuer- oder Beinahe-Nullsteuer-Erbschaftssystem bieten. Das finnische perintövero-System ist nicht das strengste in Europa, aber auch nicht das wettbewerbsfähigste. Die Entscheidung der Regierung, am bestehenden System festzuhalten, bedeutet, dass jene Finnen, für die die perintövero ein wesentlicher Faktor ist, weiterhin Alternativen abwägen müssen. Der Libaros-Rechner zeigt, dass allein bei der Einkommensteuer ein Umzug beispielsweise nach Zypern oder Dubai eine jährliche Ersparnis von etwa 14.000 Euro bringen kann, bei der perintövero kann die Ersparnis jedoch ein Vielfaches betragen, wenn die Erbschaftssumme groß ist.